Ersatzstrom für die PV-Anlage: Was bei Stromausfall wirklich passiert

Geschrieben von:
Patrick Meyer
Veröffentlicht am:
Photovoltaik
Technische Grundlagen & Funktionsweise

Ersatzstrom bedeutet, dass deine PV-Anlage bei einem Stromausfall weiter Strom liefert und dein Haus zumindest teilweise versorgt, doch dafür braucht es mehr als nur Module und einen normalen Wechselrichter, weil sich eine Standard-PV-Anlage bei Netzausfall aus Sicherheitsgründen sofort abschaltet. Wer bei einem Blackout den Kühlschrank am Laufen halten will, muss das also von vornherein einplanen.
Warum schaltet sich eine normale Anlage ab?
Fällt das öffentliche Netz aus, trennt sich jede netzgekoppelte PV-Anlage automatisch, weil eine Sicherheitsvorschrift unter anderem die Monteure schützen soll, die an den Leitungen arbeiten. Ohne zusätzliche Technik steht deine Anlage bei einem Stromausfall also still, obwohl die Sonne scheint, und genau hier setzen Ersatzstrom und Notstrom an.
Der Unterschied zwischen Notstrom und Ersatzstrom
Die beiden Begriffe werden oft verwechselt, meinen aber unterschiedliche Dinge, denn Notstrom ist die einfache Variante, bei der der Speicher im Ausfall über eine einzelne Steckdose oder einen kleinen Stromkreis ausgewählte Geräte versorgt, meist mit einer kurzen Umschaltpause und begrenzter Leistung. Ersatzstrom ist dagegen die komfortablere Lösung, bei der das System ganze Stromkreise im Haus übernimmt, oft sogar dreiphasig, und so schnell umschaltet, dass du im Alltag kaum etwas merkst.
Was braucht es technisch?
Voraussetzung ist ein ersatzstromfähiger Wechselrichter, meist ein Hybridgerät, in Kombination mit einem Batteriespeicher und einer entsprechenden Umschalteinrichtung, wobei der Speicher die Energie liefert, der Wechselrichter ein eigenes Inselnetz aufbaut und eine Umschaltbox das Haus sauber vom öffentlichen Netz trennt. Wichtig ist außerdem, dass die Anlage den Speicher bei längerem Ausfall aus den Modulen nachlädt, weil er sonst irgendwann leer ist.
Was kostet Ersatzstromfähigkeit?
Der Aufpreis für die Ersatzstromfähigkeit hängt vor allem davon ab, wie umfangreich die Versorgung im Ernstfall sein soll, denn eine einfache Notstromsteckdose gibt es teils schon ohne großen Mehrpreis, während eine echte dreiphasige Ersatzstromlösung, die ganze Stromkreise übernimmt, deutlich mehr kostet. Der größte Teil steckt dabei nicht im Wechselrichter allein, sondern in der zusätzlichen Umschalteinrichtung und der aufwendigeren Installation. Weil der Preis so stark vom gewählten System abhängt, lohnt es sich, beim Angebot gezielt nach der Ersatzstromvariante zu fragen und den Mehrpreis dem persönlichen Sicherheitsbedürfnis gegenüberzustellen.
Lohnt sich Ersatzstrom?
Das hängt von deinem Sicherheitsbedürfnis ab, denn wer in einer Region mit stabilem Netz wohnt, braucht den Aufpreis nicht zwingend, während die Ersatzstromfähigkeit für alle, die auf eine durchgehende Versorgung Wert legen, ein sinnvoller Baustein ist, etwa wegen Homeoffice, medizinischer Geräte oder einer Wärmepumpe im Winter. Plane sie am besten von Anfang an mit ein, weil das Nachrüsten aufwendiger und teurer ist als die direkte Auslegung beim Bau der Anlage.
Häufig gestellte Fragen
Liefert eine normale PV-Anlage bei Stromausfall Strom?
Nein, sie schaltet sich bei Netzausfall aus Sicherheitsgründen sofort ab.
Was ist der Unterschied zwischen Notstrom und Ersatzstrom?
Notstrom versorgt nur eine Steckdose oder einen kleinen Kreis, Ersatzstrom übernimmt ganze Stromkreise nahezu unterbrechungsfrei.
Brauche ich für Ersatzstrom einen Speicher?
Ja, der Speicher liefert die Energie, während der Wechselrichter ein eigenes Inselnetz aufbaut.
Wie lange hält die Versorgung bei Ausfall?
So lange Speicher und Sonne reichen, idealerweise lädt die Anlage den Speicher tagsüber aus den Modulen nach.
Kann ich Ersatzstrom nachrüsten?
Möglich ja, aber aufwendiger und teurer als die direkte Auslegung beim Bau.






