Lohnt sich eine Photovoltaikanlage im Einfamilienhaus? Der komplette Leitfaden

Geschrieben von:
Lucas Fischer
Veröffentlicht am:
20.02.2026
Photovoltaik
Grundlagen
Eine Photovoltaikanlage auf dem Einfamilienhaus ist für viele Hausbesitzer der logische Schritt, um Stromkosten zu senken und unabhängiger vom Energieversorger zu werden. Doch bevor Sie investieren, sollten Sie drei zentrale Fragen klären: Ist mein Dach geeignet? Wie groß sollte die PV-Anlage sein? Und rechnet sich das Ganze wirklich?
Zusammenfassung
Photovoltaik im Einfamilienhaus ist in den meisten Fällen wirtschaftlich sinnvoll, wenn Dachfläche, Verbrauch und Planung zueinander passen.
Entscheidend ist die richtige Dimensionierung der Anlage: nicht zu klein gedacht, aber auch nicht unrealistisch auf maximale Autarkie ausgelegt.
Die Wirtschaftlichkeit steht und fällt mit dem Eigenverbrauch: Selbst genutzter Solarstrom ersetzt teuren Netzstrom und bringt den größten finanziellen Vorteil.
Ein Batteriespeicher erhöht die Unabhängigkeit, rechnet sich jedoch nur bei passendem Verbrauchsprofil und sollte nicht überdimensioniert werden.
Neben dem Preis sind eine saubere Systemplanung, transparente Ertragsberechnungen und ein verlässlicher Installationsbetrieb entscheidend für den langfristigen Erfolg der Photovoltaikanlage.
Ist mein Einfamilienhaus für Photovoltaik geeignet?
Grundsätzlich sind die meisten Dächer für eine Photovoltaikanlage geeignet. Entscheidend sind jedoch einige bauliche und technische Faktoren.
Die beste Ausrichtung ist nach Süden mit einer Dachneigung zwischen 30 und 40 Grad. Doch auch Ost- und Westdächer liefern heute sehr gute Erträge. Gerade Ost-West-Anlagen können sogar Vorteile haben, weil sie den Strom gleichmäßiger über den Tag verteilen – das erhöht den Eigenverbrauch. Norddächer sind nur bei sehr flacher Neigung sinnvoll.
Wichtiger als die Himmelsrichtung ist oft die Verschattung. Dauerhafte Verschattung zur Mittagszeit – etwa durch hohe Bäume oder Nachbargebäude – kann die Erträge deutlich reduzieren. Kleinere Teilverschattungen morgens oder abends sind dagegen meist unproblematisch.
Auch der Zustand des Daches spielt eine Rolle. Eine Photovoltaikanlage bleibt 25 bis 30 Jahre montiert. Wenn ohnehin eine Dachsanierung ansteht, sollte diese vor der Installation erfolgen. Die zusätzliche Last der Module liegt in der Regel bei etwa 15 bis 20 Kilogramm pro Quadratmeter und ist statisch meist unkritisch, sollte aber geprüft werden.
Wie groß sollte eine Photovoltaikanlage im Einfamilienhaus sein?
Die optimale Größe einer PV-Anlage hängt vom Stromverbrauch und von zukünftigen Entwicklungen im Haushalt ab.
Ein typischer Vier-Personen-Haushalt verbraucht zwischen 4.000 und 5.500 kWh Strom pro Jahr. Wer zusätzlich ein Elektroauto lädt, benötigt rund 2.000 kWh pro 10.000 gefahrene Kilometer. Eine Wärmepumpe kann den Strombedarf nochmals um 2.000 bis 4.000 kWh erhöhen.
Als Faustregel gilt: Ein Kilowattpeak (kWp) installierte Leistung erzeugt in Deutschland etwa 900 bis 1.100 kWh Strom pro Jahr. Wer also 5.000 kWh Strom verbraucht, benötigt mindestens 5 kWp Anlagenleistung, um diese Menge rechnerisch abzudecken.
In der Praxis werden heute jedoch häufig größere Anlagen geplant. Der Grund ist einfach: Der Preis pro kWp sinkt mit steigender Anlagengröße, während der zukünftige Strombedarf eher steigt. Deshalb entscheiden sich viele Eigentümer für 8 bis 12 kWp, auch wenn der aktuelle Verbrauch geringer ist. So bleibt Spielraum für Elektromobilität oder eine spätere Wärmepumpe.
Für ein Kilowattpeak sollten Sie etwa vier bis fünf Quadratmeter Dachfläche einplanen. Eine 10-kWp-Anlage benötigt somit ungefähr 45 bis 55 Quadratmeter.
Ist ein Stromspeicher sinnvoll?
Die Frage nach dem Batteriespeicher wird häufig emotional diskutiert. Rein wirtschaftlich ist ein Speicher nicht immer zwingend notwendig. Er erhöht zwar den Eigenverbrauch und die Unabhängigkeit vom Stromversorger, verteuert aber die Investition.
Sinnvoll ist ein Speicher besonders dann, wenn der Stromverbrauch überwiegend in den Abendstunden stattfindet oder wenn ein Elektroauto regelmäßig zu Hause geladen wird. Wer hingegen tagsüber viel Strom nutzt, beispielsweise im Homeoffice, kann auch ohne Speicher hohe Eigenverbrauchsquoten erreichen.
Als grobe Orientierung gilt: Pro 1.000 kWh Jahresverbrauch ist etwa 1 kWh Speicherkapazität sinnvoll. Zu große Speicher sind ein häufiger Planungsfehler und verschlechtern die Wirtschaftlichkeit.
Photovoltaik in Kombination mit Wärmepumpe oder Wallbox
Die Kombination von Photovoltaik und Wärmepumpe oder Wallbox erhöht die Attraktivität deutlich. Eine Wärmepumpe wandelt Strom in Wärme um und kann so einen Teil der Heizkosten ersetzen. Der Strombedarf steigt jedoch spürbar, weshalb die PV-Anlage entsprechend größer geplant werden sollte.
Bei einem Elektroauto lassen sich durch intelligentes Überschussladen hohe Einsparungen erzielen. Das Fahrzeug wird dann bevorzugt geladen, wenn die Anlage gerade viel Strom produziert.
Förderung und steuerliche Vorteile
Seit 2023 gilt für Photovoltaikanlagen bis 30 kWp eine Mehrwertsteuer von 0 Prozent. Zudem sind viele Anlagen von der Einkommensteuer befreit. Diese Regelungen haben die Investition deutlich vereinfacht.
Darüber hinaus existieren Förderprogramme und zinsgünstige Kredite, etwa über die KfW. Die konkrete Förderlandschaft kann sich jedoch ändern, daher empfiehlt sich eine aktuelle Prüfung.
Für wen lohnt sich eine PV-Anlage im Einfamilienhaus?
In den meisten Einfamilienhäusern mit geeigneter Dachfläche ist eine Photovoltaikanlage wirtschaftlich sinnvoll. Besonders attraktiv ist sie bei einem Stromverbrauch ab etwa 4.000 kWh pro Jahr und bei geplanten zusätzlichen Verbrauchern wie E-Auto oder Wärmepumpe.
Entscheidend für den langfristigen Erfolg sind eine passende Anlagengröße, eine realistische Wirtschaftlichkeitsrechnung und ein seriöses Angebot. Wer hier sorgfältig plant, sichert sich über Jahrzehnte günstigen Strom und reduziert seine Abhängigkeit vom Energiemarkt deutlich.
Häufig gestellte Fragen
Wie viel Photovoltaik braucht man für ein Einfamilienhaus?
Als Faustregel gilt: 1 kWp pro 1.000 kWh Jahresstromverbrauch. Ein Haushalt mit 5.000 kWh benötigt also mindestens 5 kWp. In der Praxis werden häufig 8–12 kWp installiert, um zukünftigen Mehrbedarf durch E-Auto oder Wärmepumpe abzudecken.
Wie viele Photovoltaikmodule sind sinnvoll für ein Einfamilienhaus?
Moderne Module leisten meist 400–450 Watt. Für 10 kWp werden daher etwa 22–25 Module benötigt. Kleinere Anlagen mit 6 kWp kommen mit rund 14–16 Modulen aus. Die genaue Anzahl hängt von der Modulleistung und der Dachfläche ab.
Wie groß darf eine PV-Anlage ohne Genehmigung sein?
Auf Wohngebäuden sind Photovoltaikanlagen in der Regel genehmigungsfrei, solange sie dachparallel montiert werden. Eine feste Größenbegrenzung gibt es baurechtlich meist nicht. Steuerlich relevant ist die Grenze von 30 kWp, da Anlagen bis zu dieser Größe steuerlich begünstigt sind.
Für wen lohnt sich Photovoltaik nicht?
Eine PV-Anlage lohnt sich meist nicht bei stark verschatteten Dächern, sehr geringem Stromverbrauch oder wenn eine Dachsanierung in naher Zukunft ansteht. Auch bei ungeeigneter Dachausrichtung ohne ausreichende Fläche kann die Wirtschaftlichkeit eingeschränkt sein.
Was besagt die 20%-Regel für Solarmodule?
Die sogenannte 20%-Regel bezieht sich meist auf die Wechselrichter-Auslegung. Dabei darf die Wechselrichterleistung bis zu etwa 20 % unter der installierten Modulleistung liegen. Diese leichte Unterdimensionierung ist üblich, da Solarmodule ihre Nennleistung nur selten vollständig erreichen und so Kosten gespart werden können.
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Lucas Fischer







