Wärmepumpenstrom: günstiger heizen mit dem richtigen Anschluss

Geschrieben von:
Lucas Fischer
Veröffentlicht am:
Wärmepumpe
Kosten & Wirtschaftlichkeit

Eine Wärmepumpe ist nur so wirtschaftlich wie der Strom, mit dem sie läuft. Genau hier setzt der sogenannte Wärmepumpenstrom an: ein eigener, meist günstigerer Stromtarif für deine Heizung. Wer das Thema richtig angeht, spart über die Jahre einen ordentlichen Betrag, denn die Wärmepumpe zieht deutlich mehr Strom als der normale Haushalt. Schauen wir uns an, was dahintersteckt und wann sich der Aufwand lohnt.
Was ist Wärmepumpenstrom?
Wärmepumpenstrom ist speziell für den Betrieb einer Wärmepumpe gedachter Strom, der pro Kilowattstunde in der Regel günstiger ist als klassischer Haushaltsstrom. Möglich wird das, weil dein Netzbetreiber die Wärmepumpe bei Bedarf kurzzeitig in der Leistung drosseln darf und dir im Gegenzug reduzierte Netzentgelte gewährt. Für dich bedeutet das einen niedrigeren Arbeitspreis, während die Heizleistung in der Praxis kaum spürbar eingeschränkt wird.
Wie viel günstiger ist der Tarif?
Wärmepumpenstrom liegt je nach Anbieter und Region meist einige Cent unter dem normalen Haushaltsstrom. Während Haushaltsstrom oft bei etwa 35 bis 40 Cent pro Kilowattstunde liegt, bewegt sich Wärmepumpenstrom häufig im Bereich von rund 25 bis 32 Cent. Bei einem Verbrauch von mehreren tausend Kilowattstunden im Jahr summiert sich dieser Unterschied schnell auf einen dreistelligen Betrag. Wie groß die Ersparnis genau ausfällt, hängt von deinem Anbieter, deinem Verbrauch und den örtlichen Netzentgelten ab.
Brauche ich einen zweiten Zähler?
Nicht zwingend, es gibt zwei Wege. Beim getrennten Modell bekommt die Wärmepumpe einen eigenen Zähler und einen separaten, günstigen Tarif. Das lohnt sich vor allem bei hohem Heizstromverbrauch, kostet aber Grundgebühr und Einbau für den zweiten Zähler. Beim gemeinsamen Modell läuft die Wärmepumpe über denselben Zähler wie der Haushalt und die Vergünstigung kommt über eine Verrechnung. Was sich für dich mehr rechnet, hängt davon ab, wie viel Strom deine Wärmepumpe tatsächlich braucht.
Was hat es mit der Netzdrosselung auf sich?
Seit 2024 gilt für neue steuerbare Verbraucher wie Wärmepumpen und Wallboxen eine Regelung im Energiewirtschaftsgesetz, konkret Paragraf 14a. Sie erlaubt dem Netzbetreiber, die Leistung deiner Wärmepumpe in seltenen Engpasssituationen vorübergehend zu reduzieren, damit das Netz stabil bleibt. Als Ausgleich erhältst du reduzierte Netzentgelte. In der Praxis merkst du davon kaum etwas, weil dein Haus die Wärme im Pufferspeicher und im Gebäude selbst zwischenspeichert und eine kurze Drosselung locker überbrückt.
Wie kombiniere ich das am besten mit Photovoltaik?
Der günstigste Wärmepumpenstrom ist der, den du gar nicht kaufen musst. Mit einer eigenen Photovoltaikanlage deckst du gerade in der Übergangszeit einen Teil des Heizstroms direkt vom Dach und was du selbst verbrauchst, kostet dich nur die reinen Erzeugungskosten deiner Anlage. Im tiefsten Winter reicht die Sonne allein zwar nicht, doch übers Jahr gerechnet senkt der Eigenverbrauch deine Stromrechnung deutlich. Ein separater Wärmepumpentarif und eine Photovoltaikanlage schließen sich dabei nicht aus, sondern ergänzen sich: Du nimmst tagsüber deinen Solarstrom und ziehst den Rest zum vergünstigten Tarif aus dem Netz.
Lohnt sich ein spezieller Tarif für dich?
Wenn deine Wärmepumpe das ganze Haus heizt und entsprechend viel Strom braucht, führt am günstigeren Tarif kaum ein Weg vorbei, denn der Unterschied macht über die Heizperiode echtes Geld aus. Bei einer kleinen Anlage oder sehr niedrigem Verbrauch kann dagegen der zusätzliche Zähler die Ersparnis wieder auffressen. Rechne beide Varianten mit deinem tatsächlichen Verbrauch durch, hol dir ein, zwei Angebote ein und schau, ob sich der getrennte Zähler bei dir trägt. In Kombination mit einer Photovoltaikanlage holst du am Ende das Beste aus beiden Welten heraus.
Häufig gestellte Fragen
Wie viel günstiger ist Wärmepumpenstrom?
Meist einige Cent pro Kilowattstunde. Haushaltsstrom liegt oft bei 35 bis 40 Cent, Wärmepumpenstrom häufig bei 25 bis 32 Cent.
Brauche ich dafür einen zweiten Zähler?
Nicht zwingend. Es gibt ein getrenntes Modell mit eigenem Zähler und ein gemeinsames Modell mit Verrechnung über einen Zähler.
Was bedeutet die Netzdrosselung nach Paragraf 14a?
Der Netzbetreiber darf die Wärmepumpe bei Engpässen kurz drosseln. Als Ausgleich zahlst du reduzierte Netzentgelte.
Bleibt mein Haus dann kalt?
Nein. Die Drosselung ist selten und kurz, Pufferspeicher und Gebäude überbrücken sie problemlos.
Kann ich Wärmepumpenstrom mit Photovoltaik kombinieren?
Ja. Du nutzt tagsüber deinen Solarstrom und beziehst den Rest zum vergünstigten Tarif aus dem Netz.






