Brauchwasserwärmepumpe: lohnt sich das für dein Warmwasser?

Geschrieben von:
Patrick Meyer
Veröffentlicht am:
Wärmepumpe
Grundlagen

Nicht jede Wärmepumpe muss gleich das ganze Haus heizen. Es gibt eine kleine, oft übersehene Variante, die sich ausschließlich um dein Warmwasser kümmert: die Brauchwasserwärmepumpe. Sie ist deutlich günstiger als eine Heizungswärmepumpe, schnell installiert und passt gerade dann gut ins Bild, wenn du Strom vom eigenen Dach übrig hast. Ob sich das für dich rechnet, hängt aber von ein paar Faktoren ab, die wir uns der Reihe nach ansehen.
Was ist eine Brauchwasserwärmepumpe?
Eine Brauchwasserwärmepumpe ist ein Gerät, das nur das Warmwasser für Dusche, Bad und Küche erwärmt, nicht die Heizkörper. Man nennt sie auch Warmwasserwärmepumpe. Sie besteht meist aus einem Warmwasserspeicher mit rund 200 bis 300 Litern, auf dem die Wärmepumpentechnik direkt aufsitzt. Damit ersetzt sie zum Beispiel einen alten Elektroboiler oder entlastet deine bestehende Heizung im Sommer, wenn diese sonst nur für ein bisschen Warmwasser den ganzen Kessel anwerfen müsste.
Wie funktioniert das Gerät?
Sie entzieht der Umgebungsluft Wärme und überträgt sie aufs Wasser im Speicher. Aufgestellt wird sie typischerweise in einem Kellerraum, einer Waschküche oder einem Hauswirtschaftsraum, wo ohnehin Abwärme von Kühltruhe, Waschmaschine oder Heizung anfällt. Genau diese Wärme nutzt das Gerät, statt sie ungenutzt verpuffen zu lassen. Aus einer Kilowattstunde Strom macht die Pumpe je nach Bedingungen ungefähr drei Kilowattstunden Wärme, während ein klassischer Elektroboiler aus einer Kilowattstunde Strom nur eine Kilowattstunde Wärme erzeugt. Der Raum wird dabei nebenbei etwas kühler und trockener, was in einem feuchten Keller sogar ein netter Nebeneffekt ist.
Was kostet eine Brauchwasserwärmepumpe?
Für Gerät und Einbau solltest du grob mit 2.000 bis 4.000 Euro rechnen. Das ist ein Bruchteil dessen, was eine vollwertige Heizungswärmepumpe kostet und macht die Anschaffung überschaubar. Weil die Installation meist ohne größere Eingriffe ins Haus auskommt, hält sich auch der Aufwand in Grenzen. Der Einbau ist an einem Tag erledigt, wenn Stromanschluss und Platz im Aufstellraum passen.
Für wen lohnt sich die Anschaffung?
Am meisten profitierst du, wenn du bisher mit teurem Strom oder einer ineffizienten alten Lösung warmes Wasser machst. Wer noch einen Elektroboiler betreibt, senkt seine Warmwasserkosten spürbar, weil die Wärmepumpe für dieselbe Menge nur etwa ein Drittel des Stroms braucht. Auch als Ergänzung zu einer Gasheizung ist sie im Sommer interessant, weil der große Heizkessel dann ausbleiben kann. Weniger sinnvoll ist sie, wenn du ohnehin bald die gesamte Heizung auf eine Wärmepumpe umstellst, denn die kümmert sich dann meist gleich mit ums Warmwasser.
Warum passt sie so gut zu einer Photovoltaikanlage?
Weil sie Warmwasser flexibel dann bereitet, wenn dein Dach gerade Strom liefert. Der Speicher lässt sich mittags aufheizen, genau in den Stunden, in denen deine Photovoltaikanlage den meisten Überschuss produziert. Statt diesen Strom für wenige Cent ins Netz einzuspeisen, verwandelst du ihn in warmes Wasser für den Abend. Viele Geräte haben dafür eine eigene Schnittstelle oder lassen sich per Zeitsteuerung so einstellen, dass sie bevorzugt tagsüber laufen. So wird aus überschüssigem Sonnenstrom ein warmer Speicher und dein Eigenverbrauch steigt, ohne dass du dafür eine teure Batterie brauchst.
Gibt es dafür eine Förderung?
Eine reine Brauchwasserwärmepumpe wird in der Regel nicht über die große Heizungsförderung bezuschusst, weil sie die Raumheizung nicht ersetzt. Das ist aber weniger dramatisch, als es klingt, denn die Anschaffungskosten sind ohnehin niedrig und die Ersparnis im Betrieb stellt sich schnell ein. Wenn du unsicher bist, ob es für deine Situation ein passendes Programm gibt, lohnt sich ein kurzer Blick auf regionale Zuschüsse deiner Stadtwerke, die manchmal eigene Töpfe für den Umstieg vom Elektroboiler haben.
Lohnt sich das für dich?
Wenn du einen alten Elektroboiler ersetzen willst, im Sommer deinen Heizkessel schonen möchtest oder deinen Solarstrom besser nutzen willst, ist die Brauchwasserwärmepumpe eine der günstigsten und unkompliziertesten Maßnahmen überhaupt. Sie löst nicht das ganze Heizungsthema, aber sie erledigt einen Teil davon effizient und zahlt sich gerade in Kombination mit einer Photovoltaikanlage schnell aus.
Häufig gestellte Fragen
Was ist der Unterschied zu einer normalen Wärmepumpe?
Die Brauchwasserwärmepumpe macht nur Warmwasser, die Heizungswärmepumpe versorgt zusätzlich die Räume mit Wärme.
Wo wird das Gerät aufgestellt?
Am besten in einem Keller, einer Waschküche oder einem Hauswirtschaftsraum, wo ohnehin Abwärme anfällt.
Wie viel spare ich gegenüber einem Elektroboiler?
Für dieselbe Menge Warmwasser braucht sie nur etwa ein Drittel des Stroms, das senkt die Warmwasserkosten deutlich.
Lohnt sie sich mit einer PV-Anlage?
Ja, besonders. Du heizt den Speicher mittags mit Solarstrom auf, statt ihn für wenige Cent einzuspeisen.
Wird sie gefördert?
Die große Heizungsförderung meist nicht, weil sie die Raumheizung nicht ersetzt. Regionale Zuschüsse der Stadtwerke sind aber möglich.







