Verdichter einer Wärmepumpe: Funktion einfach erklärt

Geschrieben von:
Patrick Meyer
Veröffentlicht am:
13.02.2026
Wärmepumpe
Grundlagen
Der Verdichter einer Wärmepumpe, häufig auch Kompressor genannt, ist das Bauteil, das das gasförmige Kältemittel zusammenpresst. Durch diese Verdichtung steigen Druck und Temperatur deutlich an. Erst dadurch wird aus der aufgenommenen Umweltwärme eine nutzbare Heizenergie.
Zusammenfassung
Der Verdichter der Wärmepumpe ist das zentrale Bauteil im Kältekreislauf und sorgt durch die Verdichtung des Kältemittels dafür, dass aus Umweltwärme nutzbare Heizenergie wird. Ohne ihn funktioniert das System nicht.
Der Stromverbrauch der Wärmepumpe entsteht überwiegend im Verdichter. Seine Effizienz beeinflusst direkt den COP, die Jahresarbeitszahl (JAZ) und damit die späteren Betriebskosten.
Moderne Wärmepumpen setzen meist auf Scrollverdichter mit Inverter-Technologie, da sie leise, verschleißarm und modulierend arbeiten. Das reduziert Taktung, senkt den Stromverbrauch und verlängert die Lebensdauer.
Die Lebensdauer eines Verdichters liegt bei etwa 15 bis 20 Jahren beziehungsweise 40.000 bis 80.000 Betriebsstunden. Entscheidend sind eine gute Planung und niedrige Vorlauftemperaturen.
Ein Verdichterschaden ist selten, kann aber teuer werden: Der Austausch kostet meist mehrere tausend Euro, da hermetische Verdichter nicht repariert, sondern komplett ersetzt werden.
Welche Aufgabe übernimmt der Verdichter im Kältekreislauf?
Eine Wärmepumpe arbeitet mit einem geschlossenen Kältekreislauf. Das Kältemittel nimmt zunächst Umweltwärme auf und verdampft dabei. In diesem Zustand hat es zwar Energie aufgenommen, aber noch keine ausreichend hohe Temperatur.
An dieser Stelle kommt der Verdichter ins Spiel. Er saugt das gasförmige Kältemittel an und komprimiert es. Physikalisch gilt: Steigt der Druck eines Gases, steigt auch seine Temperatur. Genau diesen Effekt nutzt die Wärmepumpe. Nach der Verdichtung ist das Kältemittel so heiß, dass es seine Wärme an das Heizsystem abgeben kann. Anschließend verflüssigt es sich wieder und der Kreislauf beginnt von vorn.
Die Verdichtung ist damit der entscheidende Schritt im gesamten Prozess. Sie bestimmt, wie effizient und zuverlässig die Wärmepumpe arbeitet.
Warum beeinflusst der Verdichter die Effizienz der Wärmepumpe?
Der größte Teil des Stromverbrauchs einer Wärmepumpe entsteht im Verdichter. Er wird von einem Elektromotor angetrieben und benötigt Energie, um das Kältemittel auf das erforderliche Druckniveau zu bringen.
Die Effizienz einer Wärmepumpe wird üblicherweise über den COP (Coefficient of Performance) oder die Jahresarbeitszahl (JAZ) angegeben. Beide Kennzahlen setzen die erzeugte Heizwärme ins Verhältnis zum eingesetzten Strom. Je weniger elektrische Energie der Verdichter benötigt, desto höher fallen diese Werte aus.
Entscheidend ist dabei der sogenannte Temperaturhub – also die Differenz zwischen der Temperatur der Wärmequelle und der gewünschten Vorlauftemperatur im Heizsystem. Muss beispielsweise eine hohe Vorlauftemperatur von über 50 Grad erreicht werden, steigt der Druck im System deutlich an. Der Verdichter muss stärker arbeiten, der Stromverbrauch steigt überproportional.
Eine gut geplante Anlage mit niedrigen Vorlauftemperaturen – etwa in Kombination mit einer Fußbodenheizung – entlastet den Verdichter und verbessert die Effizienz erheblich.
Welche Arten von Verdichtern gibt es bei Wärmepumpen?
In Wärmepumpen für Wohngebäude kommen verschiedene Verdichtertypen zum Einsatz. Am häufigsten findet man heute Scrollverdichter.
Verdichtertyp | Funktionsprinzip | Vorteile | Typischer Einsatzbereich |
|---|---|---|---|
Scrollverdichter | Zwei ineinander verschachtelte Spiralen verdichten das Gas durch rotierende Bewegung | Leise, vibrationsarm, verschleißarm, hoher Wirkungsgrad | Standard in modernen Luft-Wasser- und Sole-Wasser-Wärmepumpen im Einfamilienhaus |
Hubkolbenverdichter | Kolben bewegt sich im Zylinder auf und ab und komprimiert das Gas | Robust, bewährte Technik, hohe Druckerzeugung möglich | Ältere oder spezielle Anlagen |
Rollkolbenverdichter | Rotierender Kolben verdichtet das Gas kontinuierlich | Kompakt, effizient, gleichmäßiger Lauf | Kleinere Anlagen, häufig Luft-Luft-Wärmepumpen |
Schraubenverdichter | Zwei ineinandergreifende Rotoren verdichten große Gasvolumen | Hohe Leistung, konstante Druckerzeugung | Gewerbliche und industrielle Wärmepumpen |
Wie lange hält ein Verdichter einer Wärmepumpe?
Die Lebensdauer eines Verdichters wird häufig in Betriebsstunden angegeben. Hochwertige Modelle erreichen 40.000 bis 80.000 Betriebsstunden. In einem gut ausgelegten Einfamilienhaus entspricht das in der Regel einer Nutzungsdauer von 15 bis 20 Jahren.
Entscheidend für die tatsächliche Lebensdauer ist weniger der Verdichtertyp als die Anlagenplanung. Häufiges Takten, falsch dimensionierte Anlagen oder dauerhaft hohe Vorlauftemperaturen belasten das Bauteil unnötig. Auch mangelhafte Installation oder verschmutzte Wärmetauscher können die Lebensdauer verkürzen.
Eine sorgfältige Planung und regelmäßige Wartung sorgen dafür, dass der Verdichter über viele Jahre zuverlässig arbeitet.
Typische Probleme mit dem Wärmepumpen-Verdichter
Defekte am Verdichter sind vergleichsweise selten, können aber kostspielig sein. Häufige Anzeichen für Probleme sind ungewöhnliche Brummgeräusche, starke Vibrationen oder ein deutlicher Anstieg des Stromverbrauchs. Auch wenn die Heizleistung spürbar nachlässt oder die Wärmepumpe dauerhaft durchläuft, kann das auf Schwierigkeiten im Verdichtungsprozess hinweisen.
Oft liegt die Ursache nicht im Verdichter selbst, sondern in ungünstigen Betriebsbedingungen. Zu hohe Systemdrücke, falsche Einstellungen oder eine fehlerhafte Kältemittelmenge können den Kompressor überlasten. Treten solche Symptome auf, sollte ein Fachbetrieb die Anlage überprüfen.
Der Verdichter entscheidet über Effizienz und Lebensdauer
Der Verdichter einer Wärmepumpe ist mehr als nur ein technisches Detail. Er beeinflusst maßgeblich Stromverbrauch, Geräuschentwicklung, Effizienz und Lebensdauer der gesamten Anlage.
Wer eine Wärmepumpe plant oder modernisiert, sollte deshalb nicht nur auf die Nennleistung achten, sondern auch auf die eingesetzte Verdichtertechnik und eine saubere Anlagenplanung. Ein modulierender Scrollverdichter in Kombination mit niedrigen Vorlauftemperaturen schafft die besten Voraussetzungen für einen effizienten und langlebigen Betrieb.
Damit wird deutlich: Die Qualität des Verdichters ist ein zentraler Faktor für die Wirtschaftlichkeit der gesamten Wärmepumpe.
Häufig gestellte Fragen
Was macht der Verdichter bei der Wärmepumpe?
Der Verdichter komprimiert das Kältemittel. Dadurch steigen Druck und Temperatur, sodass die Umweltwärme zum Heizen nutzbar wird.
Wie oft sollte der Verdichter einer Wärmepumpe am Tag starten?
Moderne Wärmepumpen sollten möglichst wenige Starts haben und im Teillastbetrieb laufen. Häufiges Takten (über 15–20 Starts täglich) gilt als ungünstig.
Wie lange hält der Verdichter einer Wärmepumpe?
In der Regel 15 bis 20 Jahre beziehungsweise 40.000 bis 80.000 Betriebsstunden. Bei guter Planung auch länger.
Was ist das größte Problem bei einer Wärmepumpe?
Häufiges Takten. Viele Start-Stopp-Zyklen erhöhen Verschleiß und Stromverbrauch und verkürzen die Lebensdauer.
Wann springt der Verdichter an?
Wenn Heiz- oder Warmwasserbedarf besteht und die Solltemperatur unterschritten wird.
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Lucas Fischer







