Hochtemperatur-Wärmepumpe: Wärmepumpe ohne neue Heizkörper

Geschrieben von:
Patrick Meyer
Veröffentlicht am:
Wärmepumpe
Grundlagen

Ein hartnäckiger Mythos hält sich: Eine Wärmepumpe funktioniert nur mit Fußbodenheizung, im Altbau könne man das vergessen. Das stimmt so nicht, denn dafür gibt es die Hochtemperatur-Wärmepumpe. Sie erreicht Vorlauftemperaturen, mit denen auch klassische Heizkörper warm werden und macht damit den Umstieg in vielen älteren Häusern erst möglich. Wo ihre Stärken liegen und wo ihr Preis, sehen wir uns jetzt an.
Was ist eine Hochtemperatur-Wärmepumpe?
Eine Hochtemperatur-Wärmepumpe ist eine Wärmepumpe, die besonders hohe Vorlauftemperaturen liefert, meist bis rund 70 bis 75 Grad. Normale Wärmepumpen arbeiten am liebsten mit niedrigen Temperaturen um die 35 Grad, wie sie eine Fußbodenheizung braucht. Die Hochtemperatur-Variante schafft dagegen die Temperaturen, die klassische Radiatoren im Altbau benötigen. Möglich wird das oft durch das Kältemittel Propan, das für hohe Temperaturen gut geeignet ist.
Für welche Häuser ist sie gedacht?
Vor allem für ältere Gebäude mit bestehenden Heizkörpern, die du nicht austauschen willst. In einem unsanierten Altbau sind die Heizkörper meist auf hohe Vorlauftemperaturen ausgelegt. Eine normale Wärmepumpe käme hier an ihre Grenzen, eine Hochtemperatur-Wärmepumpe dagegen bringt die Räume auch mit den vorhandenen Radiatoren warm. Damit sparst du dir den Umbau des kompletten Heizsystems, was den Umstieg schneller und weniger aufwendig macht.
Muss ich dann gar nichts am Haus ändern?
Im Idealfall bleiben deine Heizkörper, wo sie sind. Genau das ist der große Vorteil: Du tauschst nur den Wärmeerzeuger, nicht das Verteilsystem. Trotzdem lohnt sich vorab ein prüfender Blick, ob einzelne Räume mit etwas größeren Heizflächen noch effizienter würden. Denn jedes Grad weniger Vorlauftemperatur senkt den Stromverbrauch. Die Hochtemperatur-Wärmepumpe erlaubt dir den Umstieg ohne großen Umbau, belohnt aber trotzdem jede Maßnahme, die die nötige Temperatur senkt.
Was ist der Nachteil hoher Temperaturen?
Je heißer das Wasser, desto mehr Strom braucht die Wärmepumpe. Das ist der Kern der Sache: Eine Wärmepumpe arbeitet umso effizienter, je kleiner der Temperaturunterschied zwischen Wärmequelle und Heizwasser ist. Wer dauerhaft mit 70 Grad heizt, erreicht deshalb schlechtere Wirkungsgrade als jemand mit einer Fußbodenheizung bei 35 Grad. Die Hochtemperatur-Wärmepumpe macht den Betrieb im Altbau möglich, aber sie ist im laufenden Verbrauch teurer als eine Anlage, die mit niedrigen Temperaturen auskommt.
Lohnt sich stattdessen eine Sanierung?
Das kommt darauf an, wie viel du investieren willst und kannst. Wenn du ohnehin dämmst oder einzelne Heizkörper vergrößerst, sinkt die nötige Vorlauftemperatur und irgendwann reicht eine normale Wärmepumpe. Wer diesen Weg nicht gehen möchte oder das Haus nur begrenzt umbauen kann, für den ist die Hochtemperatur-Wärmepumpe die passende Lösung. Es ist also weniger eine Frage von richtig oder falsch, sondern von deinem Budget, deinen Plänen und dem Zustand des Gebäudes.
Wird sie gefördert?
Ja, auch eine Hochtemperatur-Wärmepumpe kann über die Heizungsförderung bezuschusst werden, sofern sie die technischen Anforderungen erfüllt. Modelle mit natürlichem Kältemittel wie Propan können unter Umständen sogar einen zusätzlichen Effizienzbonus erhalten. Da sich die Förderbedingungen ändern können, solltest du vor dem Antrag den aktuellen Stand prüfen und dir bestätigen lassen, dass dein Wunschgerät die Vorgaben erfüllt.
Ist sie die richtige Wahl für dich?
Wenn du in einem älteren Haus mit klassischen Heizkörpern wohnst und den aufwendigen Umbau auf eine Fußbodenheizung vermeiden willst, ist die Hochtemperatur-Wärmepumpe oft der einfachste Weg zur erneuerbaren Wärme. Du nimmst dafür einen etwas höheren Stromverbrauch in Kauf, sparst aber die Kosten und den Aufwand eines kompletten Systemumbaus. Und wenn du diesen Stromverbrauch mit einer eigenen Photovoltaikanlage teilweise selbst deckst, relativiert sich der Nachteil der höheren Temperaturen wieder ein gutes Stück.
Häufig gestellte Fragen
Was ist eine Hochtemperatur-Wärmepumpe?
Eine Wärmepumpe, die besonders hohe Vorlauftemperaturen von rund 70 bis 75 Grad erreicht und so auch alte Heizkörper versorgt.
Brauche ich dann keine neuen Heizkörper?
In der Regel nicht. Du tauschst nur den Wärmeerzeuger und behältst deine vorhandenen Heizkörper.
Ist sie weniger effizient als eine normale Wärmepumpe?
Bei hohen Temperaturen ja, denn je heißer das Wasser, desto mehr Strom braucht sie. Jedes Grad weniger spart Kosten.
Für wen lohnt sie sich?
Für ältere Häuser mit klassischen Heizkörpern, in denen ein Umbau auf Fußbodenheizung zu aufwendig wäre.
Wird eine Hochtemperatur-Wärmepumpe gefördert?
Ja, wenn sie die Anforderungen erfüllt. Geräte mit natürlichem Kältemittel wie Propan können einen zusätzlichen Effizienzbonus bekommen.








