Gebäudeenergiegesetz (GEG): der Überblick für Hausbesitzer

Geschrieben von:
Lucas Fischer
Veröffentlicht am:
Wärmepumpe
Grundlagen

Das Gebäudeenergiegesetz ist der offizielle Name hinter dem, was in den Nachrichten meist nur "Heizungsgesetz" heißt. Tatsächlich regelt es aber viel mehr als nur Heizungen. Es bestimmt, wie energieeffizient Neubauten sein müssen, wann du sanieren musst und was beim Verkauf eines Hauses zu beachten ist. Weil sich das Gesetz 2026 gerade grundlegend verändert, lohnt sich ein klarer Blick auf das, was heute gilt und was auf dich zukommt.
Was regelt das Gebäudeenergiegesetz?
Das GEG bündelt die energetischen Anforderungen an Gebäude in einem einzigen Gesetz. Es legt fest, wie viel Energie ein Neubau verbrauchen darf, welche Dämmstandards gelten, wann und wie Heizungen erneuert werden müssen und wann ein Energieausweis fällig wird. Früher waren diese Regeln auf mehrere Verordnungen verteilt, seit 2020 stehen sie gebündelt im GEG. Damit ist es das zentrale Regelwerk für fast jedes Gebäude in Deutschland.
Welche Heizungsregeln gelten aktuell?
Im Kern geht es um die 65-Prozent-Regel: Neu eingebaute Heizungen sollen zu mindestens 65 Prozent mit erneuerbaren Energien laufen. Für Neubauten in Neubaugebieten gilt das bereits, für Bestandsgebäude greift die Vorgabe gestaffelt und abhängig von der kommunalen Wärmeplanung. In Großstädten über 100.000 Einwohner ist der ursprüngliche Stichtag vom 1. Juli 2026 auf den 1. November 2026 verschoben worden, in kleineren Kommunen bleibt bis Mitte 2028 Zeit. Bis dahin bestimmt der örtliche Wärmeplan, ab wann welche Pflicht wirklich greift.
Was ändert sich mit dem Gebäudemodernisierungsgesetz?
Das GEG wird 2026 zum Gebäudemodernisierungsgesetz umgebaut, kurz GModG. Das Bundeskabinett hat den Entwurf im Mai 2026 beschlossen, das parlamentarische Verfahren läuft noch und der Start ist für den Sommer 2026 vorgesehen. Die wichtigste inhaltliche Änderung: Die pauschale 65-Prozent-Pflicht fällt weg, an ihre Stelle tritt mehr Technologieoffenheit. Du sollst beim Heizungstausch wieder freier wählen können, auch fossile Heizungen bleiben zulässig, müssen aber ab 2029 einen steigenden Anteil klimafreundlicher Brennstoffe nutzen. Solange das neue Gesetz nicht verkündet ist, gilt weiterhin das bestehende GEG.
Brauche ich einen Energieausweis?
Einen Energieausweis brauchst du, sobald du ein Haus oder eine Wohnung verkaufst oder neu vermietest. Er zeigt, wie energieeffizient das Gebäude ist und muss Interessenten spätestens bei der Besichtigung vorgelegt werden. Bei einem Verkauf oder einer größeren Renovierung eines Ein- oder Zweifamilienhauses ist außerdem ein kostenloses informatorisches Beratungsgespräch mit einer qualifizierten Person vorgesehen. Wer nur selbst in seinem Haus wohnt und nichts verkauft oder vermietet, braucht dagegen keinen aktuellen Ausweis.
Gibt es Sanierungspflichten?
Ja, aber sie treffen längst nicht jeden. Beim Kauf eines älteren Hauses können bestimmte Nachrüstpflichten fällig werden, etwa die Dämmung der obersten Geschossdecke oder frei liegender Heizungsrohre im Keller. Diese Pflichten greifen oft erst nach einem Eigentümerwechsel und innerhalb einer festgelegten Frist. Wer sein Haus schon lange bewohnt, ist von vielen dieser Vorgaben ausgenommen. Prüfe im Einzelfall, ob deine Immobilie betroffen ist, denn die Regeln unterscheiden sich je nach Baujahr und Situation.
Welche Anforderungen gelten für Neubauten?
Neubauten müssen einen festen Effizienzstandard einhalten, der den erlaubten Energieverbrauch begrenzt. Dazu kommen Vorgaben zum Wärmeschutz der Gebäudehülle und, je nach Bundesland, eine Solarpflicht für neue Dächer. In vielen Regionen wird der Standard über die kommenden Jahre weiter angehoben, auch weil eine europäische Gebäuderichtlinie strengere Vorgaben macht. Wer neu baut, plant deshalb ohnehin meist mit hochwertiger Dämmung und einer Wärmepumpe, weil sich beides gut ergänzt.
Was heißt das jetzt für dich?
Das Gebäudeenergiegesetz klingt nach Bürokratie, betrifft dich im Alltag aber nur an bestimmten Punkten: wenn du neu baust, größer sanierst, die Heizung tauschst oder verkaufst. In allen anderen Fällen musst du erstmal nichts unternehmen. Wenn eine dieser Situationen ansteht, verschafft dir ein früher Blick auf die geltenden Regeln und die Wärmeplanung deiner Kommune Ruhe und spart am Ende oft bares Geld. Gerade beim Zusammenspiel von Dämmung, Wärmepumpe und Photovoltaik lohnt es sich, das Ganze als ein Paket zu denken statt als einzelne Pflichten.
Häufig gestellte Fragen
Ist das Gebäudeenergiegesetz dasselbe wie das Heizungsgesetz?
Das Heizungsgesetz ist nur der umgangssprachliche Name für die Heizungsregeln im GEG. Das GEG regelt aber deutlich mehr.
Muss ich mein Haus energetisch sanieren?
Nur in bestimmten Fällen, etwa nach einem Kauf. Wer sein Haus schon lange bewohnt, ist von vielen Nachrüstpflichten befreit.
Wann brauche ich einen Energieausweis?
Beim Verkauf, bei der Neuvermietung und bei größeren Renovierungen. Interessenten musst du ihn spätestens bei der Besichtigung zeigen.
Was ändert sich 2026?
Das GEG wird zum Gebäudemodernisierungsgesetz. Die 65-Prozent-Pflicht fällt weg und die Heizungswahl wird freier.
Gilt für Neubauten eine Solarpflicht?
Je nach Bundesland ja. Dazu kommen feste Effizienzstandards und Vorgaben zum Wärmeschutz der Gebäudehülle.






