PV-Anlage bei Stromausfall: Funktioniert mein Solarstrom noch?

Geschrieben von:
Patrick Meyer
Veröffentlicht am:
04.02.2026
Photovoltaik
Grundlagen
Ein Stromausfall kommt meist unerwartet. Plötzlich ist das Licht aus, das WLAN weg und der Kühlschrank steht still. Viele Hausbesitzer mit Solaranlage fragen sich dann: Kann meine PV-Anlage bei Stromausfall überhaupt noch Strom liefern?
Die ehrliche Antwort lautet: In den meisten Fällen nicht automatisch. Doch mit der richtigen Technik lässt sich die eigene Stromversorgung auch bei einem Netzausfall sichern.
Zusammenfassung
Eine PV-Anlage bei Stromausfall funktioniert in der Regel nur mit einem geeigneten Batteriespeicher und passender Technik.
Ohne Speicher und Notstrom- oder Ersatzstromfunktion schaltet sich die Anlage automatisch ab.
Die Kosten für eine Notstrom- oder Ersatzstromlösung liegen je nach System meist im mittleren bis höheren vierstelligen Bereich.
Entscheidend sind ein notstromfähiger Wechselrichter, eine sichere Umschalteinrichtung und idealerweise Schwarzstartfähigkeit.
Besonders sinnvoll ist eine Absicherung für Haushalte mit hohem Strombedarf oder kritischen Verbrauchern (z. B. Homeoffice, Wärmepumpe, medizinische Geräte).
Funktioniert eine PV-Anlage bei Stromausfall?
Eine normale Photovoltaikanlage schaltet sich bei einem Stromausfall automatisch ab. Das ist gesetzlich vorgeschrieben und dient der Sicherheit.
Der Wechselrichter erkennt, dass kein Strom aus dem öffentlichen Netz mehr vorhanden ist, und stellt den Betrieb ein. So wird verhindert, dass Strom in beschädigte Leitungen eingespeist wird, während dort gearbeitet wird.
Das bedeutet: Auch wenn die Sonne scheint, produziert deine PV-Anlage ohne Zusatztechnik keinen nutzbaren Strom bei einem Netzausfall.
Viele Hausbesitzer sind davon überrascht, doch dieses Verhalten ist völlig normal und notwendig.
Welche Rolle spielt der Stromspeicher?
Ein Batteriespeicher ist die wichtigste Voraussetzung, um eine PV-Anlage bei Stromausfall nutzen zu können.
Der Speicher sammelt überschüssigen Solarstrom und stellt ihn bei Bedarf zur Verfügung. Fällt das öffentliche Netz aus, kann der Haushalt über diesen Speicher versorgt werden.
Allerdings gilt: Ist der Speicher leer, gibt es keinen Strom mehr. Deshalb hängt die Versorgung im Notfall stark vom Ladezustand und der Speichergröße ab.
Ohne Stromspeicher ist eine PV-Anlage bei Stromausfall praktisch nutzlos.
Notstrom, Ersatzstrom und Inselbetrieb: Die Unterschiede
Rund um das Thema Stromausfall gibt es verschiedene technische Lösungen. Sie unterscheiden sich vor allem im Komfort und im Preis.
Notstrom
Bei der Notstromlösung wird meist eine spezielle Steckdose mit dem Speicher verbunden. Dort können wichtige Geräte wie Kühlschrank, Router oder Ladegeräte angeschlossen werden.
Der Betrieb erfolgt oft manuell. Außerdem wird nur der vorhandene Speicher genutzt, ohne neue Stromproduktion.
Diese Lösung ist günstig, aber wenig komfortabel.
Ersatzstrom
Bei einer Ersatzstromversorgung wird das Hausnetz automatisch vom öffentlichen Netz getrennt und vom Speicher versorgt.
Je nach System werden einzelne Stromkreise oder der gesamte Haushalt weiterbetrieben. Bei geeigneter Technik kann die PV-Anlage sogar weiter Strom erzeugen.
Ersatzstrom ist deutlich komfortabler, aber auch teurer.
Inselbetrieb
Eine Inselanlage arbeitet komplett unabhängig vom Stromnetz. Sie versorgt den Haushalt dauerhaft mit Solarstrom und Speicherenergie.
Diese Lösung eignet sich vor allem für abgelegene Gebäude ohne Netzanschluss. Für normale Wohnhäuser ist sie meist nicht wirtschaftlich.
Wie lange reicht der Strom bei einem Stromausfall?
Wie lange eine PV-Anlage mit Speicher bei Stromausfall Strom liefert, lässt sich nicht pauschal sagen. Mehrere Faktoren spielen eine Rolle.
Entscheidend ist zuerst die Größe des Speichers. Kleine Speicher reichen oft nur für einige Stunden, größere Systeme können einen Haushalt deutlich länger versorgen.
Ebenso wichtig ist der Verbrauch. Wer nur Licht, Kühlschrank und WLAN nutzt, kommt wesentlich länger aus als jemand, der Herd oder Wärmepumpe betreibt.
Auch die Tageszeit ist relevant. Nachts ist keine solare Nachladung möglich. Tagsüber kann bei Ersatzstromsystemen neuer Strom produziert werden.
In der Praxis reichen viele Heimspeicher bei sparsamer Nutzung zwischen 6 und 24 Stunden.
Technische Voraussetzungen für Strom bei Ausfall
Damit eine PV-Anlage bei Stromausfall funktioniert, müssen mehrere Komponenten zusammenarbeiten.
Der Wechselrichter muss notstrom- oder ersatzstromfähig sein. Viele ältere Geräte besitzen diese Funktion nicht. Zusätzlich wird eine Umschalteinrichtung benötigt, die das Hausnetz sicher vom öffentlichen Netz trennt. Wichtig ist auch die sogenannte Schwarzstartfähigkeit. Sie sorgt dafür, dass das System nach einem vollständigen Stromausfall selbstständig wieder starten kann.
Ohne diese Technik bleibt die Anlage trotz Speicher oft außer Betrieb.
Nachrüstung und Balkonkraftwerk: Was ist möglich?
Viele Hausbesitzer möchten ihre bestehende Anlage nachrüsten. Das ist häufig möglich, aber nicht immer sinnvoll.
Ob sich eine Nachrüstung lohnt, hängt vom vorhandenen Wechselrichter, vom Platz und von der Elektroinstallation ab. In manchen Fällen müssen teure Komponenten ausgetauscht werden. Eine fachliche Beratung ist hier besonders wichtig. Balkonkraftwerke helfen bei Stromausfall in der Regel nicht weiter. Auch sie schalten sich automatisch ab. Ohne speziellen Speicher lassen sich damit keine Geräte versorgen. Kleine Offgrid-Speicher können zwar Smartphones laden, ersetzen aber keine echte Notstromlösung.
Wann lohnt sich eine PV-Anlage bei Stromausfall?
Eine normale PV-Anlage ohne Speicher liefert bei Stromausfall keinen Strom. Sie schaltet sich automatisch ab.
Wer seine Solaranlage auch im Notfall nutzen möchte, benötigt mindestens einen Batteriespeicher und einen geeigneten Wechselrichter. Je nach Anspruch reicht eine einfache Notstromlösung oder eine vollwertige Ersatzstromversorgung.Für die meisten Haushalte genügt es, wichtige Geräte wie Kühlschrank, Licht und Internet abzusichern. Ein kompletter Ersatz des öffentlichen Netzes ist meist nicht notwendig.
Am besten ist es, das Thema bereits bei der Planung der Anlage zu berücksichtigen. So lassen sich spätere Kosten und aufwendige Nachrüstungen vermeiden.
Häufig gestellte Fragen
Wie lange hält ein 5 kW Speicher bei Stromausfall?
Ein 5 kWh Speicher versorgt bei sparsamer Nutzung wichtige Geräte wie Kühlschrank, Licht und WLAN meist zwischen 6 und 12 Stunden. Die tatsächliche Dauer hängt vom Ladezustand und vom Stromverbrauch ab.
Welche Wechselrichter funktionieren auch bei Stromausfall?
Nur notstrom- oder ersatzstromfähige Hybrid-Wechselrichter mit Schwarzstartfunktion können bei Stromausfall weiterarbeiten. Normale Standard-Wechselrichter schalten sich automatisch ab.
Ist Notstrom bei einer PV-Anlage sinnvoll?
Ja, vor allem wenn wichtige Geräte bei Stromausfall weiterlaufen sollen. Eine einfache Notstromlösung reicht für die meisten Haushalte aus und bietet eine kostengünstige Grundabsicherung.
Was kostet die Notstromfunktion bei einer PV-Anlage?
Die Kosten liegen je nach System meist zwischen 1.500 und 5.000 Euro. Umfangreiche Ersatzstromlösungen können auch deutlich teurer sein.
Was passiert mit der PV-Anlage bei Stromausfall?
Ohne spezielle Technik schaltet sich die Anlage automatisch ab. Sie produziert dann keinen nutzbaren Strom, selbst wenn die Sonne scheint.
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