Nulleinspeisung: Wenn die PV-Anlage gar keinen Strom ins Netz abgibt

Lucas Fischer, Geschäftsführer der LuPa Sonnenenergie GmbH

Geschrieben von:

Lucas Fischer

Veröffentlicht am:

Photovoltaik

Technische Grundlagen & Funktionsweise

Ein Wohnzimmer, mit eingeschaltetem Fehrnseher und Licht.

Nulleinspeisung bedeutet, dass deine PV-Anlage keinen Überschuss ins öffentliche Netz speist, sondern den gesamten erzeugten Strom selbst verbraucht oder im Speicher zwischenlagert und alles, was darüber hinausginge, abregelt. Statt überschüssigen Strom für ein paar Cent einzuspeisen, gibt die Anlage ihn also einfach nicht ab, was in manchen Situationen die einzige Möglichkeit ist, eine Anlage überhaupt zu betreiben.

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Warum sollte man auf die Einspeisung verzichten?

Es gibt vor allem zwei Gründe, und der erste ist technischer Natur, weil der Netzbetreiber in manchen Netzabschnitten eine Einspeisung ablehnt oder nur begrenzt erlaubt, etwa wenn das Netz vor Ort bereits an seiner Kapazitätsgrenze ist. Mit Nulleinspeisung lässt sich die Anlage in solchen Fällen trotzdem genehmigen und betreiben. Der zweite Grund ist der Aufwand, denn wer keine Einspeisevergütung beziehen will, spart sich einen Teil der Anmeldung und der Bürokratie rund um die Vergütung.

Wie wird Nulleinspeisung technisch umgesetzt?

Ein Energiemanagementsystem misst laufend, wie viel Strom erzeugt und verbraucht wird, und sobald die Erzeugung den Verbrauch übersteigt und der Speicher voll ist, regelt der Wechselrichter die Leistung herunter. Am Netzanschlusspunkt sitzt dafür ein Sensor, der die Einspeisung auf null hält. Wichtig ist eine schnelle und zuverlässige Regelung, weil die Anlage in Sekundenbruchteilen reagieren muss, damit wirklich kein Strom ins Netz gelangt.

Nulleinspeisung oder Einspeisung nur begrenzen?

Zwischen voller Einspeisung und echter Nulleinspeisung liegt noch eine dritte Möglichkeit, nämlich die begrenzte Einspeisung, bei der die Anlage bis zu einem festgelegten Wert einspeisen darf und erst darüber abgeregelt wird. Damit fängst du die größten Erzeugungsspitzen ab, die dem Netz Probleme bereiten, verschenkst aber deutlich weniger Strom als bei der kompletten Nulleinspeisung. Ob eine solche Begrenzung ausreicht oder der Netzbetreiber wirklich auf null besteht, hängt vom Zustand des örtlichen Netzes ab, weshalb sich vor der Entscheidung ein Gespräch mit dem Netzbetreiber lohnt. Für viele Anlagen ist die begrenzte Einspeisung der bessere Kompromiss, weil sie Ertrag und Netzverträglichkeit miteinander vereint.

Was kostet Nulleinspeisung an Ertrag?

Der Nachteil liegt auf der Hand, denn an sonnenreichen Tagen, an denen das Haus wenig verbraucht und der Speicher voll ist, geht erzeugter Strom verloren, was wirtschaftlich nicht ideal ist, weil ungenutzte Sonnenstunden bares Geld wären. Bei der heutigen Einspeisevergütung, die für Anlagen bis 10 Kilowattpeak aktuell bei 7,78 Cent je Kilowattstunde liegt, fällt dieser Verlust allerdings weniger stark ins Gewicht als früher, sodass ihn jeder, der ohnehin auf hohen Eigenverbrauch setzt, meist gut verschmerzt.

Für wen ist Nulleinspeisung sinnvoll?

Sinnvoll ist das Konzept überall dort, wo eine Einspeisung nicht möglich oder nicht gewollt ist, und am besten in Kombination mit einem gut dimensionierten Speicher und flexiblen Verbrauchern wie Wärmepumpe oder Wallbox, weil weniger abgeregelt werden muss, je mehr Strom im Haus bleibt. Für den klassischen Fall mit normalem Netzanschluss bleibt die Überschusseinspeisung dagegen meist die wirtschaftlichere Wahl.

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Häufig gestellte Fragen

Warum sollte ich freiwillig auf Einspeisung verzichten?

Vor allem, wenn der Netzbetreiber keine Einspeisung erlaubt oder du den Aufwand rund um die Vergütung vermeiden willst.

Geht bei Nulleinspeisung viel Ertrag verloren?

Nur an sonnigen Tagen mit vollem Speicher und niedrigem Verbrauch, mit hohem Eigenverbrauch hält sich der Verlust in Grenzen.

Wie wird die Einspeisung technisch auf null gehalten?

Ein Energiemanagementsystem misst laufend Erzeugung und Verbrauch und regelt den Wechselrichter bei Überschuss herunter.

Brauche ich für Nulleinspeisung einen Speicher?

Nicht zwingend, aber ein Speicher reduziert die abgeregelten Spitzen deutlich und macht das Konzept wirtschaftlicher.

Muss ich die Anlage trotzdem anmelden?

Ja, die Registrierung im Marktstammdatenregister ist auch ohne Einspeisung Pflicht.